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Datenbank

In den Bereichen Document Engineering und Web Engineering ist das Potenzial von Datenbanken oftmals unzureichend ausgenutzt. Hier ist die Unsitte, statische Texte im Sourcecode zu verstecken, noch weit verbreitet. Das erschwert die Pflege und rächt sich spätestens dann bitter, wenn eine Applikation auf Mehrsprachigkeit umzustellen ist. Zudem ist der Auftraggeber auch bei kleinen Textänderungen immer auf einen Programmierer angewiesen.

Ist XML eine Alternative zu einer Datenbank?

Bei sehr kleinen Projekten vielleicht. Möglicherweise sogar dann, wenn das weitere Document Engineering nicht auf XSL/T beruht. Immerhin sind dabei die Texte und Daten nicht im Sourcecode verborgen sondern liegen in einer datenbankartigen Struktur separat vor. Hält man sich allerdings vor Augen, dass eine XML-Struktur zur Datenhaltung letztlich nicht mehr ist als ein sehr verspätetes Kind des veralteten hierarchischen Datenbankmodells, mag einem doch ein wenig unbehaglich zumute werden.

Bei größeren Projekten ist XML keine Alternative sondern eine sinnvolle Ergänzung. Spätestens wenn Daten im Dialog von Nutzern eingegeben werden, gespeichert und weiterverarbeitet werden müssen, benötigt eine Applikation zwingend eine Datenbank. Hier übersteigt der Aufwand den Nutzen, wenn das XML-Format dynamisch von der Applikation neu generiert werden müsste.

Es gibt aber auch Datenbanksysteme wie Tamino, die direkt auf XML basieren und bei denen sich diese Frage gar nicht stellt. Ob hiermit ein entscheidender Fortschritt erreicht wurde, bleibt fraglich. SQL ist ein etablierter Standard. Hier neue Konzepte anzubieten, könnte am Markt vorbei gehen. Zudem sind Daten immer sicherheitsrelevant. Diese im Klartext in dateiartigen Strukturen abzubilden, könnte sich als kontraproduktiv erweisen. Die Performance ist ein wesentliches Kriterium. XML-Datenbanken können da mit relationalen Datenbanksystemen und deren ausgereifter Speicher- und Zugriffstechnik nicht mithalten.

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